Bodengutachter und Bodengutachten - Welche Kosten entstehen?

Diese beiden Fragen haben sehr viel gemeinsam, sie lassen sich nämlich nicht ernsthaft beantworten, ohne den Einzelfall zu betrachten. So wie es einen Unterschied macht, ob ein Zweitwagen für die Wochenendeinkäufe oder ein Minivan für den Großfamilienurlaub gebraucht wird, macht es einen Unterschied, ob ein Bodengutachten für ein kleines nicht unterkellertes Einfamilienhaus oder eine Stadtvilla mit Teilkeller gebraucht wird.

Betrachtet man nur das "Standardeinfamilienhaus", so ist es immer noch nicht trivial, den Preis für ein Bodengutachten anzugeben. Die Anforderungen an ein solches Gutachten sind im grundwasserfernen Heidesand völlig anders als in einem Moorgebiet oder in einer Hanglage auf dem Festgestein des Allgäus. Die Preise eines guten Bodengutachters werden solche Unterschiede berücksichtigen, denn ein verantwortungsvoller Gutachter berücksichtigt solche Gegebenheiten schon bei der Angebotsabgabe.

Bodengutachten kosten Geld. Im Gegensatz zu einem Mauerstein, den der Häuslebauer nach Fertigstellung ansehen und anfassen kann, ist eine Bodengutachten nur ein Stück beschriebenes Papier, das nach dem Einzug kaum noch jemanden interessiert. Es hat also scheinbar wenig Wert.

Bodengutachter kosten Geld. Auf den ersten Blick. Der Architekt kann für sehr wenig Geld einen Gutachter beauftragen, der sein Studium der Geologie oder des Bauingenieurwesens gerade beendet hat. Unzweifelhaft kann auch ein derartiger wenig erfahrener Gutachter ein korrektes Bodengutachten erstellen. Ein solches Gutachten enthält aber immer auch Maßnahmen, zum Beispiel Empfehlungen für die Gründung. Eine teure Tiefgründung funktioniert im Zweifelsfall immer und je mehr Eisen, umso sicherer. Aber das "Gesparte" an den Bodengutachten Kosten wird, unsichtbar und scheinbar notwendig, durch eine übertriebene Ausgestaltung der Bewehrung der Bodenplatte ausgegeben. Der Bauherr merkt es nicht, dem Architekten kann es egal sein und jeder freut sich, dass das Bodengutachten so billig war. In Wirklichkeit kann eine übertrieben sicher ausgeführte Gründung die Kosten für ein Bodengutachten um ein Vielfaches übersteigen.

Auf dem Markt gibt es inzwischen Bodengutachten, die in tabellarischer Form aus Textbausteinen zusammengesetzt werden. Diese Gutachten sind selbst ihre geringen Kosten nicht wert und verursachen oft im Nachhinein hohe Aufwendungen, um Fehler bei der Fundament-Erstellung oder dem Feuchteschutz nachträglich zu beheben.

Um dennoch einen Richtwert für Bodengutachten Preise zu geben:

Ein Bodengutachten für ein Grundstück im Lockergestein ohne Wasserprobleme und bei ausreichender Standfestigkeit kostet im Regelfall in Norddeutschland etwa 600 bis 900 Euro beim geplanten Bau eines Einfamilienhauses. Dies ist als sehr grober Richtwert zu verstehen, der in Abhängigkeit von der Örtlichkeit im Einzelfall völlig anders ausfallen kann.

Aber wichtiger als der Preis ist die Qualität des Gutachters. Ein gutes Bodengutachten kostet nicht, sondern spart Geld.

 
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