Bonuspunkte für ökologischen Holzbau

Wer ein Haus aus Holz baut, leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Die hessische Gemeinde Wettenberg belohnt diese Entscheidung jetzt mit einem außergewöhnlichen Förderprogramm. 

Für besonders umwelt-freundliche Bauvorhaben gibt es als Unterstützung ein zinsloses Darlehen. Die Summe errechnet sich aus einem durchdachten Bonus-System, bei dem neben guter Wärmedämmung und erneuerbaren Energien vor allem Gebäude in Holzbauweise viele Pluspunkte sammeln.

„Holzfertighäuser sind in unseren Baugebieten stark im kommen“, sagt der Geschäftsführer der Gewerbe- und Umweltpark Wettenberg GmbH, Thomas Brunner. In einem bestehenden Baugebiet der Gemeinde wurden bereits zwei Drittel der Eigenheime in Fertigbauweise errichtet. Für 55 neu erschlossene Grundstücke gilt nun vom 1. Januar 2009 an das neue Fördersystem mit Klima-Bonuspunkten für ökologisches Bauen und Wohnen. Pro Punkt wird ein Euro als zinsloses Darlehen ausgezahlt, insgesamt sind bis zu 8.500 Euro drin.

Die Bonuspunkte gibt es für gehobene energetische Gebäudestandards, für innovative Anlagentechnik – und für die konstruktive Bauweise in Holz. Wer zum Beispiel ein Energiesparhaus KfW-40 in Holzfertigbauweise plant, bekommt allein dafür schon 4.000 Punkte – genau so viele wie für ein weit aufwändigeres konventionelles Passivhaus.

„Dieses vorbildliche Programm ermutigt alle Bauherren, die mit Holz klimaschonend und umwelfreundlich bauen wollen. Es kann vielen anderen Kommunen als Musterbeispiel für eine zukunftsorientierte Wohnbauförderung dienen“, sagt Dirk-Uwe Klaas, Hauptge-schäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF).

Wer Holz als Baumaterial nutzt, schützt das Klima gleich dreifach: Erstens entzieht das Naturmaterial der Atmosphäre während seines Wachstums dauerhaft viel klimaschädliches CO2, zweitens verbraucht die Herstellung von Holzbauteilen weniger Energie als der Bau eines konventionellen Hauses, und drittens haben moderne Holzfertighäuser durch ihre bauphysikalischen Eigenschaften einen Vorsprung bei der Wärmedämmung. Das vermeidet Energieverluste und macht sich über die gesamte Lebensdauer des Hauses hinweg in niedrigen Heizkosten bemerkbar. „Nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energie gehören zu einem ökologischen Hausbau-Konzept. Vorausschauende Kommunen unterstützen ihre Bauherren bei nachhaltigen Bauvorhaben, die beides berücksichtigen“, so Klaas.
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